Über das Wandern
Nach einem fantastischen, srilankischen Frühstück von unserer Gast-Mutti fühlten wir uns für eine größere Herausforderung gestärkt: Der Berg "Ella Rock" lag von unserer Unterkunft aus gesehen direkt auf der anderen Talseite.
Da es sich laut Reiseführer um eine der Sehenswürdigkeiten von Ella handelte und der Weg erträglich schien (reine Luftlinie gerade einmal 2 km), entschieden wir uns hinauf zu steigen. Josi hatte am Vorabend im Gästebuch der Unterkunft eine komplette Wegbeschreibung eines Pärchens aus Oxford gefunden und schlug die Seite noch einmal auf. In wenigen Zeilen stand dort dass wir über die Bahngleise, dann über eine Brücke an einem Wasserfall und anschließend durch die Teeplantagen müssen. Danach "nur noch nach oben". Was soll schon schief gehen?
Nichts. Die Beschreibung war zwar kurz aber genau richtig. Wir sind nur einmal kurz einen etwa 2 minütigen Umweg gegangen. Ansonsten hatten wir keine Probleme. Auf dem Weg nach oben stockten wir an einem Geschäft noch unsere Wasservorräte auf und trafen sogar eine unsere kroatischen Bekanntschaften aus dem Zug wieder. Die war gerade auf dem Rückweg vom Gipfel und erklärte uns dass es nur noch weitere 30 min dauern würde.
Allgemein waren hier sehr viele Touristen unterwegs. Sämtliche Besucher Ellas schienen hier hinauf zupilgern.
Wir beide als Möchtegern-Wanderer machten viele Pausen um die Aussicht zu genießen und auch das letzte Stück, ein Abhang den man mehr klettern als laufen musste, dauert so halt etwas länger. Aber nach einer weiteren Stunde, also insgesamt gerade einmal 1,5 h von unserer Unterkunft aus, waren wir schon oben. Echte Wanderer, wie unsere Kroatin aus dem Zug, schaffen es an einem Tag übrigens auch noch auf den "Little Adams Peek" und zur "Demodara Nine Arch Bridge". Für uns war zeitlich keines von beidem drin, weil der scheinbar kurze Rückweg doch noch ein klein wenig länger als erwartet wurde. Aber dazu kommen wir noch.
Auf der Spitze bot sich uns erst einmal ein fantastischer Ausblick. Die Berghänge in der Ferne zu sehen, entschädigte für den letzten mühsamen Aufstieg. Da sich es sich laut Wetterbericht etwas zuziehen sollte, schossen wir noch bei Sonnenschein einige Fotos davon und genossen dann bei einer Kokosnuss aus dem Gipfelshop die Aussicht.
Dann sah ich dass auf der Kokosnuss, die ich hielt, ein kleiner Skorpion krabbelte... er ließ sich aber ohne Weiteres mit einem Stöckchen herunter schubsen.
Der Abstieg verlief etwas ungeplant. Wir wussten dass es irgendwo einen längeren, flachereren Weg geben sollte. Den wollten wir nehmen um nicht den letzten Abhang noch einmal hinab klettern zu müssen. Außerdem sollte man unterwegs an den Rawana Wasserfällen vorbei kommen. Also folgten wir dem einzigen Pfad der leicht bergab führte für etwa eine halbe Stunde.
Wir bekamen dabei ab und zu einen kleinen Regentropfen ab. Als wir schon ins zweifeln gerieten, ob der Weg denn richtig sei, kam uns eine internationale Truppe aus Holland, Australien, England und Deutschland entgegen. Die erklärten uns dass sie die selben Pläne hatten und ohne Erfolg noch eine weitere Stunde weiter gelaufen waren. Gemeinsam entscheiden wir uns umzukehren und zum Gipfel zurückzukehren um von dort den erwähnten Abhang wieder hinunter zu klettern. Über uns grummelte es.
Als wir gerade im Gespräch mit unseren neuen Begleitern waren, fing es plötzlich an: Es schüttete schlagartig wie aus Eimern. Wir beide hatten unsere Regenjacken dabei, holten sie aus den Rucksäcken und versuchten, etwas unbeholfen in der Hektik, uns in die Dinger zu zwängen. Im schnelleren Schritt ging es direkt wieder Richtung Gipfelshop, denn dieser war überdacht. Hier warteten wir gemeinsam eine Weile, entschieden uns dann aber den Abstieg trotz Regen zu wagen und verabschiedeten uns von den anderen.
Der Abhang vor uns war kaum wiederzuerkennen. Wo sich 2 Stunden vorher noch Touristen hochgequält hatten, war nun ein kleines Rinnsal entstanden. Wir nahmen die Schritte durch das Wasser sehr vorsichtig und schon bald merkten wir, dass es total sinnlos war zu versuchen, unsere Füße irgendwie trocken zu halten. Als wir total durchgeweicht unseren Lauf-Rhythmus gefunden hatten, machte das ganze sogar richtig Spaß.
Bei einer wohlverdienten Essenspause begegneten wir dann noch einmal unseren Begleiter vom Gipfel. Sie hatten den Rückweg also auch unbeschadet überstanden. Abends ging es dann noch in die Stadt, dort trafen wir bei einer Pizza auch die zwei bayrischen Mädels von der Zugfahrt wieder - tja, die Insel ist halt klein und irgendwie läuft man sich immer wieder über den Weg.
















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